Erfolgreich abgeschlossene Vorstösse
Der Schutz der Honigbiene und ihrer Lebensräume kann nicht allein durch Forschung, Naturschutzprojekte oder die Imkerei erreicht werden. Viele der Herausforderungen, mit denen die Honigbiene heute konfrontiert ist, sind direkt oder indirekt das Ergebnis politischer Rahmenbedingungen, gesetzlicher Vorgaben und bestehender Anreizsysteme.
FreeTheBees engagierte sich deshalb über mehrere Jahre hinweg aktiv in politischen Prozessen auf nationaler Ebene. Ziel war es, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen in die politische Diskussion einzubringen, auf bestehende Defizite aufmerksam zu machen und die Perspektive der wildlebenden Honigbiene politisch sichtbar zu machen.
Die Stimme der wildlebenden Honigbiene
Während sich politische Diskussionen rund um die Honigbiene meist auf die Imkerei konzentrieren, vertrat FreeTheBees konsequent die Perspektive der Honigbiene als wildlebendes Tier und Bestandteil natürlicher Ökosysteme.
Im Zentrum standen insbesondere:
Durch fachliche Beiträge, Hintergrundgespräche und politische Vorstösse wurden diese Themen erstmals auf nationaler Ebene sichtbar gemacht.
Präsenz im Bundeshaus
FreeTheBees war regelmässig während der Sessionen des Nationalrates im Bundeshaus präsent. Die Wandelhalle ist eine besondere Einrichtung der direkten Schweizer Demokratie: Dort treffen Parlamentarierinnen und Parlamentarier, Behörden, Verbände, Fachorganisationen und Interessenvertreter direkt aufeinander.
Für eine kleine, unabhängige Organisation war diese Präsenz neben grossen und professionell organisierten Lobbyakteuren aussergewöhnlich. Sie ermöglichte den direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträgern und machte gleichzeitig sichtbar, wie stark politische Prozesse durch bestehende Interessenlagen geprägt sind.
FreeTheBees nutzte diese Möglichkeit, um die Anliegen der wildlebenden Honigbiene, die Bedeutung natürlicher Lebensräume und die Notwendigkeit einer fachübergreifenden Betrachtung in die politische Diskussion einzubringen.
Parlamentarische Vorstösse
Aus der Arbeit von FreeTheBees gingen unter anderem zwei parlamentarische Interpellationen hervor:
Überlebensfähigkeit der Honigbiene (Interpellation Beat Jans)
Transparenzmangel bei Bienenbehandlungsmitteln (Interpellation Dominique de Buman)
Mit diesen Vorstössen wurden Fragen aufgegriffen, die damals kaum öffentlich diskutiert wurden und bis heute für die nachhaltige Entwicklung der Imkerei, den Schutz der wildlebenden Honigbiene und den Umgang mit bestehenden Anreizsystemen von Bedeutung sind.
Impulse für die Fachdebatte
Die politischen Aktivitäten führten zwar nicht unmittelbar zu grundlegenden gesetzlichen Änderungen, leisteten jedoch einen wichtigen Beitrag zur fachlichen und gesellschaftlichen Diskussion.
Insbesondere Themen wie die Existenz wildlebender Honigbienen, die langfristige Anpassungsfähigkeit der Art, die Rolle von Behandlungsmitteln sowie die Wirkung bestehender Anreizsysteme wurden dadurch verstärkt in Politik, Wissenschaft und Imkerschaft diskutiert.
Die parlamentarischen Antworten machten zugleich deutlich, dass zwischen den Positionen von FreeTheBees und den damaligen behördlichen Einschätzungen teilweise erhebliche fachliche Unterschiede bestanden. Aus Sicht von FreeTheBees wurden zentrale Aspekte der Fragestellungen durch die zuständigen Bundesstellen nicht ausreichend gewichtet und verzerrt.
Gerade bei der Honigbiene treffen unterschiedliche Zuständigkeiten aufeinander: Biodiversität und Artenschutz, Landwirtschaft, Veterinärwesen, Tierhaltung und Lebensmittelproduktion. Die Behandlung der Vorstösse zeigte, wie stark die Einschätzungen verschiedener Bundesämter die Antwort des Bundesrates prägen können. Natur- und biodiversitätsbezogene Sichtweisen standen dabei teilweise im Spannungsfeld mit landwirtschaftlichen, veterinärmedizinischen und produktionsorientierten Perspektiven.
Diese Erfahrungen machten deutlich, wie wichtig eine unabhängige, fachübergreifende Stimme für die wildlebende Honigbiene ist.
Erfahrungen mit institutionellen Prozessen
Die politische Arbeit führte auch zu direkten Kontakten mit Behörden, Forschungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträgern. Dabei zeigte sich, dass neue und unabhängige Perspektiven nicht immer einfach in bestehende institutionelle Abläufe integriert werden.
So wurden Vertreter von FreeTheBees trotz fachlicher Vorarbeit nicht in alle weiterführenden Fachgespräche einbezogen, in denen die Honigbiene aus Sicht von Forschung und Verwaltung behandelt wurde. Dies zeigte exemplarisch, wie anspruchsvoll es für eine kleine unabhängige Organisation sein kann, gegenüber etablierten Verwaltungs- und Fachstrukturen Gehör zu finden.
Für FreeTheBees war diese Erfahrung dennoch wertvoll. Sie bestätigte, dass politische Arbeit langfristigen Atem braucht und dass fachliche Innovation oft dort beginnt, wo bestehende Denkmuster hinterfragt werden.
Nachhaltige Wirkung
Die politischen Ziele des Projekts wurden erreicht. Die Anliegen der wildlebenden Honigbiene fanden Eingang in die politische Debatte, wichtige Fragen wurden auf Bundesebene thematisiert und neue Perspektiven in die Diskussion eingebracht.
Darüber hinaus entstanden wertvolle Kontakte zu Politik, Verwaltung, Wissenschaft und weiteren Interessengruppen, welche die spätere Arbeit von FreeTheBees in den Bereichen Biodiversität, Forschung und Naturschutz unterstützten.
Die Erfahrungen aus dieser Phase fliessen bis heute in die politische und fachliche Arbeit von FreeTheBees ein.
Projektstatus
Status: Erfolgreich abgeschlossen
Schwerpunkte: Politik, Interessenvertretung, Biodiversität, Honigbiene, Gesetzgebung
Wirkung: Lancierung parlamentarischer Vorstösse und Etablierung neuer Themen in der nationalen Fach- und Politikdebatte