Pollen und Nektar sind essentiell für unsere Insekten. Die Honigbiene benötigt insbesondere ein stabiles Angebot an Pollen und Nektar über die ganze Bienensaison.
Im landwirtschaftlich dominierten Mittelland existieren so genannte Trachtlücken, also Zeiten, in welchen nur noch sehr wenige Pflanzen blühen. Honigbienen mangelt es insbesondere an einem kontinuierlichen Nektarfluss. Ohne genügend Nektar gehen Honigbienenvölker in eine Art Not- und Erhaltungsmodus: Sie überleben die Blütenarme Zeit, bauen und brüten aber kaum. Mit dem Resultat, dass sie kaum ihre Futterreserven für den nächsten Winter zusammenbringen. Oft verhungern sie kläglich bereits im Spätherbst, spätestens im zeitigen Frühjahr, wo der Energieaufwand zum Brüten bei noch kalten Nächten gross ist.
Mit Gärten, Pärken, Hecken, etc. herrschen heute für Bienen in Städten oft die besseren Bedingungen als auf dem Land. Einerseits erfreulich, andererseits erschreckend. Und es zeigt, wie einfach diese Herausforderungen inskünftig gelöst werden kann.
Die qualitative Betrachtung des Nektarflusses und damit des Blütenreichtums vermittelt ein Bild der kritischen Situation für wildlebende Honigbienen im landwirtschaftlich dominerten Schweizer Mittelland.
Durch die schwache Entwicklung der Bienen über die Trachtlücke haben die Völker viele Flugbienen verloren, die sie zunächst wieder aufbauen müssen. Bis eine Biene wieder Nektar sammeln geht, vergehen rund 6 Wochen: 21 Tage Brutzeit, 21 Tage Innendienst zur Brutpflege. Danach ist die Bienensaison mehrheitlich abgelaufen. Das Volk geht mit unzureichender Honigreserve in den nächsten Winter.
Trachtbedingungen für Honigbienen im Schweizer Mittelland. Qualitative Betrachtung nach FreeTheBees.
Die moderne Landwirtschaft setzt auf hohe Erträge. Felder wie beispielsweise Raps bieten in kürzester Zeit enorme Mengen an Nektar. Vor der Rapsblüte und nachher herrscht Blütenarmut. Im Rapsfeld selbst blüht in der Regel keine einzige weitere Pflanze.
Aber selbst Wiesen sind verarmt, bspw. durch den hohen Grad an Überdüngung, der sich beispielsweise in den komplett durch Löwenzahn dominierten gelben Feldern widerspiegelt. Auch hier entsteht kurzfristig ein Überschuss an Nektar, was fehlt ist das längerwährende Blüten mit einem grossen Reichtum an Blühpflanzen.
Rapsfelder sind monokulturartige Strukturen, so schön sie auch aussehen mögen.
Heuballen und Silage, teils sogar in weissem Plastik verpackt.
Grüne Wüste ohne Blumenvielfalt.
Wie oben erklärt hilft es nur begrenzt, einen weiteren Obstbaum zu pflanzen, der im Wonnemonat blüht, wo die Bienen keinen Mangel erleiden. Wir setzen auf gezielte Massnahmen zu exakt jenen Zeiten, wo den Bienen Nahrung fehlt. Und wir setzen auf Arten- und Blütenvielfalt.
Zur gezielten Bepflanzung verweisen wir auf den Trachtpflanzenkalender und die Bienenweide des Inforamas in Zollikon, Bern, Schweiz.
Im Garten helfen Sie Bienen am wirksamsten mit einheimischen Blütenpflanzen, offenen Bodenstellen und einem Verzicht auf Pestizide. Wichtig ist Kontinuität: ein durchgehendes Blütenangebot von März bis Oktober. Lassen Sie verblühte Stauden über den Winter stehen, das bietet Nistmaterial und Überwinterungsquartiere. Mit dem Bee-Finder können Sie gezielt Pflanzen auswählen, die an Ihrem Standort vorkommende Wildbienen fördern.
Einheimische Wildpflanzen sind für Bienen deutlich wertvoller als Zuchtformen oder exotische Zierpflanzen. Top-Pflanzen sind Wildform-Karde, Natternkopf, Wiesensalbei, Glockenblume, Wilde Möhre, Skabiose, Klee und heimische Obstbäume. Gefüllt blühende Zuchtformen enthalten oft weder Pollen noch Nektar und sind für Bienen nutzlos.
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