Forschung & Monitoring – FreeTheBees

Forschung & Monitoring von wildlebenden Honigbienen

Wildlebende Honigbienenvölker sind in Europa selten geworden und gleichzeitig wissenschaftlich noch immer erstaunlich wenig erforscht. Während Honigbienen in der Imkerei millionenfach gehalten werden, wissen wir nur wenig darüber, wie viele Völker heute noch unabhängig vom Menschen in der Natur leben – und wie gut sie dort überleben. Auch historisch existiert kaum Zahlenmaterial über die Entwicklung und den Niedergang von wildlebenden Honigbienen und deren Populationen.

Forschung und Monitoring sind deshalb zentrale Grundlagen für einen wirksamen Schutz der Honigbiene als Wildtier.

Gefährdung wildlebender Honigbienen

Heute sind in der Schweiz keine stabilen selbsterhaltenden Populationen wildlebender Honigbienen bekannt. Nachweise freilebender Honigbienen betreffen einzelne freilebende Honigbienenvölker. Ohne eine solche Population fehlt der natürlichen Selektion die Grundlage, wodurch die Anpassungsfähigkeit der Art gegenüber Krankheiten, Parasiten und Umweltveränderungen zunehmend verloren geht. An die Stelle der natürlichen Selektion tritt die züchterische Selektion mit der Dominanz von Zuchtkriteren (Honigertrag, “Sanftmut”, Schwarmträgheit) die für das freie Überleben der Honigbiene nachteilig sein können.

Trotz dieser Situation geniesst die Honigbiene als Wildtier keinen rechtlichen Schutz. Für die EU-27 wurde ihr Status im Herbst 2025 durch eine Neubewertung der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als «stark gefährdet» eingestuft. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass die Überlebensraten freilebender Bienenvölker gerade in Mitteleuropa besonders niedrig sind: In der Schweiz und Deutschland überleben jährlich nur rund 10–13 % der freilebenden Bienenvölker, während in anderen europäischen Ländern deutlich höhere Überlebensraten von teilweise >30% beobachtet werden.

Historisch und kulturell wurde die Honigbiene fast ausschliesslich als Nutztier betrachtet, während ihre Bedeutung als Wildtier weitgehend unbeachtet blieb. Die Folge ist, dass die wildlebende Honigbiene in Mitteleuropa nahezu verschwunden ist – weitgehend unbemerkt und ohne ausreichendes Wissen über ihre ökologische Rolle im Waldökosystem, ihrem ursprünglichen Lebensraum.

Ein zentraler Faktor für diese Entwicklung ist der Verlust geeigneter Nistplätze. In der Natur nisten Honigbienen überwiegend in Baumhöhlen (Mulmhöhlen). Die intensive Waldnutzung der vergangenen zwei Jahrhunderte hat das Vorkommen solcher Strukturen stark reduziert. Davon betroffen sind nicht nur Honigbienen, sondern zahlreiche weitere Tierarten, die auf Baumhöhlen spezialisiert sind.

Zusätzlich leidet die Honigbiene unter der zunehmenden Verarmung der Landschaft. Obwohl sie als Generalistin unter den Bienen gilt, ist sie auf ein reichhaltiges und kontinuierliches Blütenangebot über die gesamte Vegetationsperiode angewiesen. Der Rückgang strukturreicher Lebensräume sowie Umweltgifte gefährden die Bienen und die Insektenwelt insgesamt. Bei den Umweltgiften meistgenannt sind die Pestizide (Fungizide, Insektizide, Herbizide) hauptsächlich verbreitet durch die Landwirtschaft. Nur schwach erforscht und wenig im Bewusstsein der Bevölkerung sind viele weitere wie Medikamentenrückstände im Wasser, Mikroplastik und die Ewigkeitschemikalien PFAS, etc.

Die durch FreeTheBees seit 2021 erhobenen Daten bestätigen das Vorhandensein freilebender Bienenvölker in der Schweiz mit einer erstaunlich hohen Anzahl an freilebenden Völkern. Diese müssen zweifelsohne geschützt und gefördert werden, um die Art längerfristig erhalten zu können. FreeTheBees schafft hierfür die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen und fördert mittels gross angelegten Projekten das natürliche Habitat, bspw. durch die Schaffung von Baumhöhlen als zentrale Nistplätze und die Aufwertung der pflanzlichen Artenvielfalt als Futterquelle.

Wie FreeTheBees wildlebende Honigbienen schützt und fördert

Bienen in einer Baumhöhle

Natürliches Habitat

Das Baumhöhlenprojekt von FreeTheBees fördert das rar gewordene natürliche Habitat von Honigbienen

beelining tom seeley freethebees

Wissenschaftliche Forschung

Mit wissenschaftlichen Projekten werden Daten über wildlebende Honigbienen gesammelt und analysiert.

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