FreeTheBees wurde gegründet, um die Interessen der Honigbiene und ihrer natürlichen Lebensräume unabhängig zu vertreten.
Diese Unabhängigkeit ist einer unserer wichtigsten Grundsätze. Sie ist die Voraussetzung dafür, bestehende Konzepte kritisch zu hinterfragen, neue Erkenntnisse aufzunehmen und Positionen zu vertreten, die nicht immer den vorherrschenden Sichtweisen entsprechen.
Wir werden unsere fachliche, finanzielle und politische Unabhängigkeit nicht aufgeben – für nichts und niemanden.
Weder politische Parteien noch wirtschaftliche Interessen, staatliche Stellen, Verbände oder andere Organisationen bestimmen unsere Positionen. Unsere Arbeit orientiert sich ausschliesslich an wissenschaftlichen Erkenntnissen, praktischen Erfahrungen und den langfristigen Interessen von Honigbienen, Biodiversität und Gesellschaft.
FreeTheBees verfolgt keine politische Ideologie, wir vertreten sachliche Positionen.
Dabei müssen ökologische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Realitäten gleichermassen berücksichtigt werden. Nachhaltige Lösungen entstehen nicht durch Ideologien, sondern durch das sorgfältige Abwägen von Fakten, Interessen und langfristigen Folgen.
Nur so lassen sich Lösungen entwickeln, die nicht nur gut klingen, sondern auch langfristig funktionieren.
Obwohl FreeTheBees politisch unabhängig ist, können wir auf politische Arbeit nicht verzichten.
Viele Probleme der heutigen Bienenhaltung und des Biodiversitätsschutzes sind das Ergebnis politischer Entscheidungen, gesetzlicher Rahmenbedingungen und bestehender Anreizsysteme. Wer nachhaltige Verbesserungen erreichen will, muss deshalb auch bereit sein, sich in politische Prozesse einzubringen.
Dabei verfolgen wir keine Parteipolitik. Unser Ziel ist reine Sachpolitik.
Die Schweiz verfügt mit ihrer direkten Demokratie über aussergewöhnlich hochwertige politische Instrumente. Volksinitiativen, Referenden, Vernehmlassungen und der direkte Austausch mit Parlament, Verwaltung und Bevölkerung ermöglichen es, fachliche Anliegen einzubringen und demokratisch zu diskutieren.
Diese Möglichkeiten nutzen wir, wenn wir überzeugt sind, dass dadurch konkrete Verbesserungen für die Honigbiene, die Biodiversität und die Gesellschaft erreicht werden können.
Mehr über unsere bisherige politische Arbeit findet sich unter: www.freethebees.org/projekte
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Volksinitiativen und politische Kampagnen zu Themen wie Landwirtschaft, Biodiversität, Umweltgiften, Tierhaltung oder Ernährung lanciert.
Viele dieser Vorhaben verfolgen auf den ersten Blick Ziele, die wir grundsätzlich begrüssen. Wer könnte schon gegen Biodiversität, gesunde Lebensmittel, weniger Umweltbelastung oder mehr Tierwohl sein?
Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass politische Titel und Kampagnen häufig nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Auswirkungen abbilden.
Deshalb prüfen wir politische Vorlagen stets im Detail. Dabei interessieren uns insbesondere:
Immer wieder gelangen wir dabei zu differenzierteren Einschätzungen als die öffentliche Debatte vermuten lässt.
Aus diesem Grund unterstützt FreeTheBees politische Anliegen weder automatisch noch reflexartig. Wir bevorzugen eine sorgfältige fachliche Analyse gegenüber schnellen politischen Stellungnahmen.
Die Volksinitiative «Für die Sicherung der Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen durch Insekten» verfolgt ein Anliegen, das wir grundsätzlich begrüssen.
Der Initiativtext erkennt die Bedeutung von Bestäubern sowie naturnahen Lebensräumen an und stellt sowohl Kultur- als auch Wildpflanzen in den Mittelpunkt. Die grundsätzliche Zielrichtung ist aus unserer Sicht richtig.
Gleichzeitig betrachten wir die Initiative derzeit mit einer gewissen Zurückhaltung.
Der Verfassungstext erscheint ausgewogen, bleibt jedoch bewusst allgemein formuliert. Ob daraus tatsächlich wirksame Verbesserungen für Bestäuber entstehen, wird sich erst bei der konkreten Umsetzung zeigen.
Gerade weil verschiedene Akteure unterschiedliche Perspektiven und Interessen vertreten, wird die konkrete Ausgestaltung der Umsetzung entscheidend sein.
Vor einer Unterstützung, Ablehnung oder Neutralität möchten wir verschiedene fachliche Fragen geklärt haben.
Dazu gehören insbesondere:
Diese Fragen haben wir dem Initiativkomitee am 20.5.2026 schriftlich unterbreitet. Bei Redaktionsschluss (10.06.2026) waren die Antworten weitehrin ausstehend.
Erst auf Grundlage der Antworten werden wir entscheiden, ob wir die Initiative unterstützen, ablehnen oder neutral begleiten.
Zum derzeit bekannten Initiativkomitee gehören insbesondere:
Wir stellen fest, dass Organisationen, die sich explizit dem Schutz von Wildbienen oder der wildlebenden Honigbiene widmen, bislang nicht sichtbar im Initiativkomitee vertreten sind.
Dies bedeutet nicht zwangsläufig ein Problem. Es wirft jedoch die Frage auf, wie ausgewogen die verschiedenen Perspektiven von Bestäubern in die spätere Umsetzung einfliessen werden.
Hinzu kommt, dass einzelne Akteure legitime Eigeninteressen vertreten. Dies gilt insbesondere für Verbände, welche gleichzeitig Interessenvertretungen der Imkerei wahrnehmen. Solche Interessenkonflikte sind nicht ungewöhnlich, sollten jedoch transparent benannt und bei der Bewertung politischer Forderungen berücksichtigt werden.
FreeTheBees wird auch künftig unabhängig bleiben.
Wir werden politische Vorlagen weder aufgrund von Ideologien noch aufgrund von persönlichen Sympathien beurteilen.
Wir unterstützen gute Ideen, unabhängig davon, von wem sie stammen. Und wir kritisieren problematische Ideen, unabhängig davon, wer sie vertritt.
Unser Massstab bleibt derselbe:
FreeTheBees versteht sich weder als Umweltorganisation noch als Imkerverband. Wir verstehen uns als unabhängige Fachorganisation für die wildlebende Honigbiene und ihre Lebensräume. Aus dieser Perspektive beurteilen wir wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Vorlagen und gesellschaftliche Entwicklungen.