Erfolgreich abgeschlossenes Projekt
Mit dem Projekt «Baumhöhlen – Biodiversität für den Wald» hat FreeTheBees eine innovative und praxisnahe Antwort auf einen der grössten Defizite unserer Wirtschaftswälder entwickelt: den Mangel an natürlichen Baumhöhlen.
Baumhöhlen gehören zu den wertvollsten Mikrohabitaten im Wald. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten, fördern die Biodiversität und stärken die ökologische Resilienz von Waldökosystemen. Da natürliche Baumhöhlen oft erst nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten entstehen, schafft FreeTheBees künstliche Höhlen, welche diese wichtige ökologische Funktion bereits heute übernehmen können.
Lebensräume für eine Vielzahl von Arten
Das Projekt wurde 2021 gestartet und entwickelte sich rasch zu einem schweizweit beachteten Biodiversitätsprojekt. Die geschaffenen Höhlen stehen zahlreichen höhlenbewohnenden Arten offen und werden auf natürliche Weise besiedelt.
Besonders wichtig ist ihre Funktion als potenzielle Nistplätze für die wildlebende Honigbiene. Die Höhlen orientieren sich in Grösse, Form und Struktur an natürlichen Baumhöhlen und schaffen damit Lebensräume, wie sie in bewirtschafteten Wäldern heute nur noch selten vorkommen.
Aufbau einer schweizweiten Schutzinfrastruktur
Bis Ende 2025 konnten in 18 Kantonen insgesamt 175 Baumhöhlen realisiert werden. Damit entstand die grösste bekannte Infrastruktur dieser Art in der Schweiz.
Das Projekt wuchs dabei kontinuierlich über die ursprünglichen Pilotregionen hinaus. Neue Standorte in den Kantonen Jura, Graubünden und Genf erweiterten das Netzwerk und erhöhten die ökologische Wirkung des Projekts zusätzlich.
Neben der Schaffung neuer Höhlen wurde ein schweizweites Monitoring aufgebaut. Freiwillige kontrollieren die Standorte regelmässig und dokumentieren deren Nutzung durch Tiere. Dadurch entstand eine einzigartige Datengrundlage über die Besiedlung künstlicher Baumhöhlen und die Situation wildlebender Honigbienen.
Erfolgreiche Förderung der wildlebenden Honigbiene
Das Projekt zeigte eindrücklich, dass geeignete Baumhöhlen auch heute von Honigbienenvölkern angenommen werden.
Bis Ende 2025 wurden 72 Baumhöhlen durch Honigbienenvölker besiedelt, was rund 40 Prozent aller installierten Höhlen entspricht. Besonders erfreulich war die Entwicklung der Überwinterungen: Im Herbst 2025 konnten 40 erfolgreich eingewinterte Bienenvölker in den geschaffenen Höhlen dokumentiert werden – dreimal mehr als im Vorjahr.
Diese Ergebnisse bestätigen die Bedeutung geeigneter Lebensräume für den Schutz der wildlebenden Honigbiene und liefern wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Schutzmassnahmen.
Forschung und Innovation
Das Baumhöhlenprojekt war von Beginn an mehr als ein Habitatförderungsprojekt. Die geschaffenen Höhlen dienten gleichzeitig als Forschungsinfrastruktur für wissenschaftliche Untersuchungen zu Honigbienen, Baumhöhlenökologie und Waldökosystemen.
Die Baumhöhlen wurden in wissenschaftliche Studien eingebunden und lieferten wichtige Daten für die Parasitenstudie von Swiss BeeMapping. Gleichzeitig begann die Erprobung moderner Sensorsysteme, welche Temperatur, Luftfeuchtigkeit und weitere Parameter im Höhleninneren erfassen können.
Damit entstand eine einzigartige Verbindung von praktischem Naturschutz und angewandter Forschung.
Erfolgreicher Projektabschluss und Weiterführung
Die Ziele des Baumhöhlenprojekts wurden erfolgreich erreicht. Innerhalb weniger Jahre entstand eine schweizweite Infrastruktur aus künstlichen Baumhöhlen, welche sowohl der Biodiversitätsförderung als auch der Forschung dient. Die geschaffenen Habitate werden von Honigbienen und zahlreichen weiteren Arten genutzt und leisten einen direkten Beitrag zur ökologischen Aufwertung unserer Wälder.
Per 2026 wurde das Baumhöhlenprojekt als eigenständiges Projekt erfolgreich abgeschlossen.
Gleichzeitig wurden das Baumhöhlenprojekt und Swiss BeeMapping organisatorisch und fachlich zusammengeführt. Beide Projekte verfolgten zunehmend dieselben Ziele und ergänzten sich ideal: Während Swiss BeeMapping die wissenschaftlichen Grundlagen zum Vorkommen wildlebender Honigbienen lieferte, schuf das Baumhöhlenprojekt die notwendigen Lebensräume für deren langfristigen Schutz.
Die Arbeit wird deshalb heute im gemeinsamen Programm «Forschung & Schutz» weitergeführt. Dieses vereint Forschung, Monitoring und Habitatförderung unter einem Dach und schafft damit die Grundlage für einen langfristig wirksamen Schutz der wildlebenden Honigbiene und ihrer Lebensräume.
Projektstatus
Status: Erfolgreich abgeschlossen
Laufzeit: 2021–2025
Schwerpunkte: Biodiversitätsförderung, Waldökologie, Baumhöhlen, Habitatförderung, wildlebende Honigbiene
Erreichte Infrastruktur: 175 Baumhöhlen in 18 Kantonen
Nachfolgeprojekt: Forschung & Schutz