Wildbienen – FreeTheBees

Wildbienen

615 Gründe zur Sicherung der Artenvielfalt und unserer Nahrungsgrundlage – unsere Wildbienen:
Entdecken Sie Vielfalt, Bedrohung und Bedeutung der Wildbienen in der Schweiz – und was Sie tun können. 

WILDBIENEN IN DER SCHWEIZ: VIELFALT UND BEDEUTUNG

In der Schweiz sind rund 615 Wildbienenarten bekannt. Viele dieser Arten sind hoch spezialisiert, übernehmen zentrale Bestäubungsleistungen und sind unersetzlich für das Gleichgewicht unserer Ökosysteme.

Bereits heute gelten gemäss der roten Liste des BAFU rund 10 % der Arten als ausgestorben und weitere 36 % als gefährdet. 

Andrena Distinguenda

Andrena Distinguenda

Dufourea Inermis

Dufourea Inermis

Lasioglossum Quadrinotatulum

Lasioglossum Quadrinotatulum

SO LEBEN WILDBIENEN: VON EINSIEDLERINNEN UND TRICKBETRÜGERINNEN

Die meisten Wildbienenarten leben solitär. Jedes Weibchen baut ihr eigenes Nest, legt Brutzellen an und versorgt diese ganz ohne Hilfe von Artgenossinnen. Nur wenige Arten – etwa Hummeln und einige Furchenbienen – zeigen ein soziales Verhalten ähnlich der Honigbiene. 

Besonders raffiniert: Etwa ein Viertel aller Wildbienenarten betreibt keine eigene Brutpflege. Diese sogenannten Kuckucksbienen schleichen sich in fremde Nester ein, legen dort ihre Eier ab – und überlassen dem Wirt die ganze Arbeit. Die Larven fressen den eingelagerten Pollen und verdrängen so die Nachkommen der Wirtsbiene.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Pd80hddYF80

Quelle: Thomas Gfeller

SO LEBEN WILDLEBENDE HONIGBIENEN: EINE FÜR ALLE – ALLE FÜR EINE

Honigbienen überwintern als Einzige im Sozialstaat, der Grund, weshalb sie Futterreserven in Form von Honig einlagern müssen, um den Winter überleben zu können. Insbesondere die kohlenhydratreiche Honigreserve dient als Energie zum Beheizen des Volkes. 

Wildlebende Honigbienen. Foto: Ingo Arndt

Wildlebende Honigbienen aus der Baumhöhle. Foto: Ingo Arndt

Honigbienen in Baumhöhle. Foto: Ingo Arndt

Honigbienen in Baumhöhle. Foto: Ingo Arndt

WELCHE ARTEN SIND (NOCH) DA?

Melitturga clavicornis

Wildbienen

Diese Liste zeigt aktuell in der Schweiz vorkommende Wildbienen, sowie einige der bereits verschwundenen.

Liste der Wildbienen
Beefinder

Beefinder

Der Beefinder zeigt, welche Bienen in Ihrer Region leben, ob sie gefährdet sind und mehr.

Zum Beefinder

WAS BEDROHT DIE WILDBIENEN?

Habitatverlust
Intensive Landwirtschaft, Siedlungsdruck, fehlende Strukturen.

Diverse Umweltgifte, darunter auch Pestizide
Schwächen Gesundheit, Fortpflanzung und Orientierung und belasten Bienen chronisch. 

Konkurrenz durch bewirtschaftete Honigbienen
Überhöhte Bienendichte (imkerlich bewirtschaftete Honigbienen) führt zu Nahrungskonkurrenz und begünstigter Krankheitsübertragung. 

Klimawandel
Kann das Blühverhalten der Pflanzen verändern und zu geografischen Verschiebungen von Arten führen, weniger zu direkten Verlusten. Unter den Wildbienenarten gibt es sogar Gewinner, die nach ihrem bestätigten Aussterben jetzt wieder gesichtet werden. 

 

Bienenhaltung

An einem Bienenstand der konventionellen Imkerei treten absurd hohe Honigbienendichten auf! In der Natur werden 1 – 5 Bienenvölker pro km2 vorgefunden. 

KONKURRENZ DURCH HONIGBIENEN

Bewirtschaftete Honigbienen konkurrieren zunehmend mit Wildbienen um Nektar und Pollen. Besonders kritisch: 

  • Krankheitsübertragungen (z. B. Nosema) 
  • Nahrungskonkurrenz 
  • Verdrängung seltener Arten 

Wildlebende Honigbienen hingegen sind keine Gefahr – ihre Populationsdichte ist deutlich niedriger, die Völker bedeutend kleiner und sie sind ökologisch eingebunden. 

Dies sind die 12 wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zur Konkurrenzsituation zwischen Honigbienen und Wildbienen.

Was FreeTheBees tut

Imkersensibilisierung

Schulung und Transparenzbildung

Reduktion und Regulierung der Honigbienendichte über Schulungen für nachhaltige Bienenhaltung und Transparenzbildung inkl. Lobbying-Arbeit zur…

ZUM PROJEKT
Kinder entdecken einen Bienenkasten

Entdeckungspfad Honigbiene und Biodiversität

Natürliche Habitate, Nektar- und Pollenvielfalt über Blühwiesen und Waldgärten, ökologische Zusammenhänge, Umweltbildung für Gross und…

ZUM PROJEKT
Installation einer Baumhöhle auf einem Baum

Baumhöhlen erforschen & Lebensräume schützen

Wir dokumentieren wildlebende Honigbienen und erstellen naturnahe Lebensräume, um sie wieder anzusiedeln.

ZUM PROJEKT

Was Sie tun können

  • Garten insektenfreundlich bepflanzen 
  • Möglichst keine Umweltgifte verwenden (Vorsicht, auch Medikamentenrückstände im Wasser sind zu einer ökologischen Herausforderung geworden!) 
  • Swiss Tree oder andere Habitatstrukturen aufstellen 
  • FreeTheBees unterstützen mit einer Spende, einer Mitgliedschaft oder einem Legat
jetzt aktiv werden

Fragen zu Wildbienen

Über den Bee-Finder finden Sie heraus, welche Wildbienenarten in Ihrer unmittelbaren Umgebung dokumentiert sind. Das Online-Tool basiert auf über 100’000 verifizierten Fundmeldungen und zeigt per GPS-Standort alle Arten im Umkreis von einem Kilometer. Zu jeder Art liefert es Informationen zur Ökologie sowie Empfehlungen für passende Pollenquellen und Niststrukturen.

Die Situation der Wildbienen in der Schweiz ist kritisch: rund 10% der über 600 Arten sind bereits ausgestorben, 45% stehen auf der Roten Liste (BAFU 2024). Viele Arten haben spezialisierte Ansprüche an Nahrung und Nistplätze, die in der intensiv genutzten Landschaft nicht mehr zusammenfinden. FreeTheBees dokumentiert den Zustand und setzt mit konkreten Habitatprojekten wie dem Waldgarten Vaulruz dagegen an. 

Ja. Wildbienen können sich erstaunlich schnell erholen, sobald Lebensraum und Blütenangebot wiederhergestellt werden. In Schweizer Biotopen von nationaler Bedeutung wurden bereits Arten wiederentdeckt, die zuvor als ausgestorben galten. Der von FreeTheBees angelegte Waldgarten in Vaulruz zeigt, dass Insektenvielfalt «mit Kraft zurückkehrt», sobald ein kontinuierliches Blütenangebot und Niststrukturen geschaffen werden. Entscheidend sind Nahrungsvielfalt, intakte Nistressourcen und minimaler Pestizideinsatz. 

Am effektivsten helfen Sie Wildbienen mit einheimischen Blütenpflanzen, offenen Bodenstellen und stehen gelassenen Stängeln über den Winter. Über die Hälfte aller Wildbienenarten nistet im Boden, nicht in Insektenhotels. Entscheidend ist ein durchgehendes Blütenangebot von März bis Oktober, weil viele Arten nur ein bis zwei Monate fliegen und auf bestimmte Pollenquellen spezialisiert sind. 

Ja, eine zu hohe Dichte an Honigbienenvölkern führt zu Nahrungs- und Krankheitskonkurrenz mit Wildbienen. In intakten Ökosystemen leben natürlicherweise nur 1 bis 5 Völker pro km², in Schweizer Städten wie Basel erreicht die Völkerdichte hingegen lokal bis zu 25 pro km². Diese imkerliche Massenhaltung reduziert den Sammelerfolg spezialisierter Wildbienen und begünstigt die Übertragung von Krankheitserregern. FreeTheBees fordert deshalb eine an den Lebensraum angepasste, extensive Imkerei. 

Ja. Biologisch gesehen ist die Honigbiene eine von über 600 Wildbienenarten der Schweiz. Heute wird sie allerdings überwiegend als Nutztier unter imkerlicher Kontrolle gehalten, was den Blick auf ihre Wildtier-Natur verstellt hat. FreeTheBees setzt sich dafür ein, die Honigbiene wieder auch als Wildtier wahrzunehmen und zu schützen. 

In der Schweiz leben über 600 Wildbienenarten. Die bekannteste ist die Honigbiene (Apis mellifera), daneben gibt es Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen, Seidenbienen, Hosenbienen und viele weitere. Rund 400 dieser Arten sind Solitärbienen, leben also allein und bilden keine Staaten. 

«Von Grund auf gesund: Warum Bienensc...

Zusammenfassung der Erkenntnisse aus der Konferenz mit Dr. Stefan Hügel am 8. April 2026 In der monatlichen Konfer...

Mehr erfahren icon

22 April 2026

0 Kommentare

FreeTheBees Frühling-Bulletin Nr. 38

Download FOKUS: Weniger Eingriffe, mehr Resilienz: Lehren aus dem Low-Intervention-Beekeeping Zusammenfassung der Bi...

Mehr erfahren icon

2 April 2026

0 Kommentare

FreeTheBees Winter-Bulletin Nr. 37

Download FOKUS: Dr. Gilles Grosmond: Neue Ansätze in der Tiergesundheit – weg von Symptombehandlung Interview von And...

Mehr erfahren icon

23 Dezember 2025

0 Kommentare