615 Gründe zur Sicherung der Artenvielfalt und unserer Nahrungsgrundlage – unsere Wildbienen:
Entdecken Sie Vielfalt, Bedrohung und Bedeutung der Wildbienen in der Schweiz – und was Sie tun können.
In der Schweiz sind rund 615 Wildbienenarten bekannt. Viele dieser Arten sind hoch spezialisiert, übernehmen zentrale Bestäubungsleistungen und sind unersetzlich für das Gleichgewicht unserer Ökosysteme.
Bereits heute gelten gemäss der roten Liste des BAFU rund 10 % der Arten als ausgestorben und weitere 36 % als gefährdet.
Andrena Distinguenda
Dufourea Inermis
Lasioglossum Quadrinotatulum
Die meisten Wildbienenarten leben solitär. Jedes Weibchen baut ihr eigenes Nest, legt Brutzellen an und versorgt diese ganz ohne Hilfe von Artgenossinnen. Nur wenige Arten – etwa Hummeln und einige Furchenbienen – zeigen ein soziales Verhalten ähnlich der Honigbiene.
Besonders raffiniert: Etwa ein Viertel aller Wildbienenarten betreibt keine eigene Brutpflege. Diese sogenannten Kuckucksbienen schleichen sich in fremde Nester ein, legen dort ihre Eier ab – und überlassen dem Wirt die ganze Arbeit. Die Larven fressen den eingelagerten Pollen und verdrängen so die Nachkommen der Wirtsbiene.
Honigbienen überwintern als Einzige im Sozialstaat, der Grund, weshalb sie Futterreserven in Form von Honig einlagern müssen, um den Winter überleben zu können. Insbesondere die kohlenhydratreiche Honigreserve dient als Energie zum Beheizen des Volkes.
Wildlebende Honigbienen aus der Baumhöhle. Foto: Ingo Arndt
Honigbienen in Baumhöhle. Foto: Ingo Arndt
Habitatverlust
Intensive Landwirtschaft, Siedlungsdruck, fehlende Strukturen.
Diverse Umweltgifte, darunter auch Pestizide
Schwächen Gesundheit, Fortpflanzung und Orientierung und belasten Bienen chronisch.
Konkurrenz durch bewirtschaftete Honigbienen
Überhöhte Bienendichte (imkerlich bewirtschaftete Honigbienen) führt zu Nahrungskonkurrenz und begünstigter Krankheitsübertragung.
Klimawandel
Kann das Blühverhalten der Pflanzen verändern und zu geografischen Verschiebungen von Arten führen, weniger zu direkten Verlusten. Unter den Wildbienenarten gibt es sogar Gewinner, die nach ihrem bestätigten Aussterben jetzt wieder gesichtet werden.
An einem Bienenstand der konventionellen Imkerei treten absurd hohe Honigbienendichten auf! In der Natur werden 1 – 5 Bienenvölker pro km2 vorgefunden.
Bewirtschaftete Honigbienen konkurrieren zunehmend mit Wildbienen um Nektar und Pollen. Besonders kritisch:
Wildlebende Honigbienen hingegen sind keine Gefahr – ihre Populationsdichte ist deutlich niedriger, die Völker bedeutend kleiner und sie sind ökologisch eingebunden.
Dies sind die 12 wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zur Konkurrenzsituation zwischen Honigbienen und Wildbienen.
Über den Bee-Finder finden Sie heraus, welche Wildbienenarten in Ihrer unmittelbaren Umgebung dokumentiert sind. Das Online-Tool basiert auf über 100’000 verifizierten Fundmeldungen und zeigt per GPS-Standort alle Arten im Umkreis von einem Kilometer. Zu jeder Art liefert es Informationen zur Ökologie sowie Empfehlungen für passende Pollenquellen und Niststrukturen.
Die Situation der Wildbienen in der Schweiz ist kritisch: rund 10% der über 600 Arten sind bereits ausgestorben, 45% stehen auf der Roten Liste (BAFU 2024). Viele Arten haben spezialisierte Ansprüche an Nahrung und Nistplätze, die in der intensiv genutzten Landschaft nicht mehr zusammenfinden. FreeTheBees dokumentiert den Zustand und setzt mit konkreten Habitatprojekten wie dem Waldgarten Vaulruz dagegen an.
Ja. Wildbienen können sich erstaunlich schnell erholen, sobald Lebensraum und Blütenangebot wiederhergestellt werden. In Schweizer Biotopen von nationaler Bedeutung wurden bereits Arten wiederentdeckt, die zuvor als ausgestorben galten. Der von FreeTheBees angelegte Waldgarten in Vaulruz zeigt, dass Insektenvielfalt «mit Kraft zurückkehrt», sobald ein kontinuierliches Blütenangebot und Niststrukturen geschaffen werden. Entscheidend sind Nahrungsvielfalt, intakte Nistressourcen und minimaler Pestizideinsatz.
Am effektivsten helfen Sie Wildbienen mit einheimischen Blütenpflanzen, offenen Bodenstellen und stehen gelassenen Stängeln über den Winter. Über die Hälfte aller Wildbienenarten nistet im Boden, nicht in Insektenhotels. Entscheidend ist ein durchgehendes Blütenangebot von März bis Oktober, weil viele Arten nur ein bis zwei Monate fliegen und auf bestimmte Pollenquellen spezialisiert sind.
Ja, eine zu hohe Dichte an Honigbienenvölkern führt zu Nahrungs- und Krankheitskonkurrenz mit Wildbienen. In intakten Ökosystemen leben natürlicherweise nur 1 bis 5 Völker pro km², in Schweizer Städten wie Basel erreicht die Völkerdichte hingegen lokal bis zu 25 pro km². Diese imkerliche Massenhaltung reduziert den Sammelerfolg spezialisierter Wildbienen und begünstigt die Übertragung von Krankheitserregern. FreeTheBees fordert deshalb eine an den Lebensraum angepasste, extensive Imkerei.
Ja. Biologisch gesehen ist die Honigbiene eine von über 600 Wildbienenarten der Schweiz. Heute wird sie allerdings überwiegend als Nutztier unter imkerlicher Kontrolle gehalten, was den Blick auf ihre Wildtier-Natur verstellt hat. FreeTheBees setzt sich dafür ein, die Honigbiene wieder auch als Wildtier wahrzunehmen und zu schützen.
In der Schweiz leben über 600 Wildbienenarten. Die bekannteste ist die Honigbiene (Apis mellifera), daneben gibt es Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen, Seidenbienen, Hosenbienen und viele weitere. Rund 400 dieser Arten sind Solitärbienen, leben also allein und bilden keine Staaten.